Hildegard Otte stirbt mit fast 98 Jahren und zeigt damit einen Selbstbehauptungwillen, der typisch für ihr ganzes Leben ist. Unehelich geboren, den Vater nie gesehen, das erste Kind, schon bald zu Grabe getragen, den Mann früh verloren. Sie hätte daran zerbrechen können. Stattdessen führt sie ihr Leben, mit großer Weltfrömmigkeit, Bildungshunger und viel Mut.
1920 wurde sie in Süddeutschland geboren, erlebt die frühen Jahre in Norddeutschland, in Itzehoe, Glückstadt und Marne, und baut schließlich ihr Lebensglück in Hamburg auf. Als sie schon über 70 ist, künden Briefe aus Milwaukee von ihrem Vater.
Hildegard Otte ist keine berühmte Frau. Aber es lohnt sich, ihr Leben mitzuverfolgen. Ihr Sohn geht acht Jahre nach ihrem Tod die verschiedenen Weggabelungen eines langen Lebens nach – und stellt Fragen an seine Mutter.
Viele Fotos und mit einer Portraitzeichnung von Roland Timm.
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